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HOTEL WESTFALENHOF mit Appartementhaus HEIMBURG Familie Ringstmeyer
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Ringstmeyer-Sattelmeier - der Ringsthof bei Enger in Westfalen
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Die Sattelmeier Woher stammt der Name "Sattelmeier"?
Nachrichten aus dem 17. Jahrhundert bezeugen, dass sie sich zu der berittenen Verteidigungsbereitschaft Minden-Ravensberg zählten. Seitdem Jahre 1609 ließ der Landesherr eine solche zusammenstellen.
Dieses Wehraufgebot hatte strategisch wichtige Stellen zu schützen und im Notfall zu verteidigen.
Seit Mitte des 17. JH. wurden die Sattelmeier als bewaffnete Reiter verpflichtet, mussten dem Landesherren also samt Reitpferd, Pistole und einem Mann zur Verfügung stehen.
Seit dem 1740 wurde diese Dienstpflicht durch den Druck der Sattelmeier in eine Geldabgabe umgewandelt.
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Das Wort „Sattelmeier" rührt vom sächsischen Wort “sadel" = Sitz her; Sadelhöfe = Stammsitzhöfe oder Ursiedelhöfe (sadeln = siedeln). In den Sattelmeierhöfen kann man wohl die ältesten Ansiedlungen in den betreffenden Bauerschaften sehen. Auf diesen Höfen ruhten wahrscheinlich auch einmal die priesterlichen Funktionen in vorchristlicher Zeit. Vielleicht waren auf ihnen auch einmal fränkische Beamte angesiedelt, die für Ruhe und Frieden zur karolingischen Zeit sorgen mussten. Wahrscheinlich waren es aber bereits vorfränkische Edelsitze + Höfe der Dorfgründer.
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Wo der Sachsenherzog einst die letzte Ruhe gefunden haben soll
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Die Sage führt den Reisenden weiter in die Umgebung der Widukindstadt. Hier liegen die sogenannten Sattelmeierhöfe, die von ebenfalls getauften Waffenbrüdern Widukinds gegründet worden sein sollen. Wahrscheinlicher ist die Theorie, Karl der Große habe fränkische Edelleute in der Nähe seines ehemaligen Gegners angesiedelt. Die Sattelmeier mussten, so Sage, in gesatteltes Pferd mit Reiter für den Sachsenherzog bereithalten.
In Stadtnähe befindet sich der Nordhof mit einer vor kurzem restaurierten Fachwerkfassade. In reizvoller Landschaft liegen die Höfe Ebmeyer und Meyer-Johann (beide Oldinghausen) sowie der Baringhof und der Ringsthof. Ein Stadtprospekt beschreibt einen zehn Kilometer langen Rundwanderweg zu diesen Zeugen engerscher Tradition.
Noch heute läuten beim Tode eines Sattelmeiers die Glocken in der „Königsstunde“ zwischen 12 und 13 Uhr. Zu dieser Stunde dürfen die Glocken sonst nur am 6. Januar dem vermeintlichen Todestag Widukinds, erklingen. An diesem Tage, dem Drei- königstag, wird in Enger alljährlich in der Kirche das Timpkenfest gefeiert. Der Gottesdienst hält das Bild des sagenhaften bekehrten Christen wach. An den Portalen der Kirche werden nach dem Gottesdienst süße Brötchenviertel, die „Timpken“, an die Besucher verteilt.
Die engersche Stiftskirche ist umgeben von einem fast geschlossenen Kirchenrundling mit einigen liebevoll Fachwerk- häusern. Eines von ihnen ist ein Ackerbürgerhaus aus dem Jahre 1716, das am 8. Juni 1939 als Widukind-Gedächtnisstätte eingeweiht wurde. Bei der damaligen Ausstellungskonzeption stand der Sachsen- herzog als Gegner Karls des Großen in den Sachsenkrieg im Vordergrund der nationalsozialistischen Geschichtsideologle.
Nach architektonischer Umgestaltung und inhaltlicher Neu- konzeption auf dieser Grundlage wurde das heutige Widukind- Museum 1983 neu eröffnet. Grundlegende Vermittlungsabsicht der neuen Ausstellungskonzeption ist, dem Museumsbesucher die politischen Ziele, Entscheidungen und Handlungen und die geschichtliche Wirkung Widukinds aus dem Zusammenwirken sozialer, wirtschaftlicher und politischer Gegebenheiten zu erklären.
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Das Widukind-Museum verfügt nur über wenige zeitgenössische Fundstücke. Um so mehr bemüht sich das Spezialmuseum immer wieder um künstlerische Aufarbeitungen des Widukind-Themas aus der Gegenwart. In großformatigen Dias zeigt das Museum Zeugen vergangenen engerschen Glanzes. Der Dionysius-Schatz, einst kostbarster Besitz des von der Urururenkelin Widukinds, Königin Mathilde, gegründeten gleichnamigen Stiftes, befindet sich heute im Kunstgewerbemuseum in Berlin. Das Dionysius-Stift war bereits 1414 ins benachbarte Herford erlegt worden.
Zum Besichtigungsprogramm gehört nicht zuletzt das von weither augenfälligste Wahrzeichen Engers, die Liesbergmühle, eine 1756 erbaute Zwangsmühle Friedrichs des Großen. Am Liesberg, so die Widukindsage, wurden die Steine für den Kirchbau aufgelesen.
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Ursprung und Sagen der Sattelmeierhöfe
Wenn heute nach dem Ursprung der Sagen, die von den Höfen der Sattelmeier berichtet und insbesondere über die Beziehungen der Hofinhaber zu Sachsenherzog Wittekind – dem Gegenspieler des fränkischen Königs und Kaisers Karl, den die Geschichte den Großen nennt – forschen, stellt man fest, daß Sachsen mit ihrem Herzog Wittekind und ihre Christianisierung durch Karl den Großen – fand in heftigen, langen und blutigen Kämpfen in der Zeit von 772 bis 804 statt. Wittekind selbst war nach geschichtlichen Quellen im Jahre 777, als sich die meisten Sachsen dem fränkischen König unterwarfen, nach Dänemark gegangen. Er kehrte ein Jahr später als Anführer der Sachsen zurück, musste sich aber 785 der Übermacht beugen und soll zu Weihnachten des gleichen Jahres in Attigny an der Aisne getauft worden sein. Angeblich war König Karl sei Taufpate. Mit der Taufe Wittekinds brechen die geschichtlichen Quellen über sein Leben ab und nur die Sage berichtet, daß er im Jahre 807 im Kampf gegen die Schwaben gefallen sei. Man sucht vergeblich in den Chroniken des Mittelalters, wie auch bei den Schriftstellern der beginnenden Neuzeit des 16. und 17. Jahrhunderts nach Berichten über Wittekind und seine Sattelmeier.
Erst 1831 erscheint in der Zeitschrift „Westfalia“ ein Sagenkreis über die Sattelmeier-Höfe von dem Pfarrer Redeker aus Bergkirchen. Und bis jetzt findet man die fast unveränderte Fassung in den Geschichtsbüchern der letzten hundert Jahre: „Nun versammelt der König Wittekind die Freunde und Diener um sich her, welche sein Gefolge ausmachten. Er gab ihnen Grundstücke zu ihrem Unterhalte und teilte die Geschäfte seines Hauses unter sie auf. Von diesen Gefährten oder Knappen Wekings sind die großen Sattelmeier aufgekommen, welche noch jetzt die Umgebung von Enger auszeichnen. Sie begleiten den König zu Pferde und waren auch späterhin verpflichtet, einen beritten Mann zum Kriege zu stellen … Noch bis auf unsere Zeit erfreuten sich diese Sattelmeier und besonders die um Enger her, mancher besonderer Vorrechte, womit ihr königlicher Herr sie begnadigt hatte.“ Wann diese oder ähnliche sagenhaften Darstellungen über Wittekind und die Sattelmeierhöfe entstanden sind, ist ungewiss. Als sicher gilt jedoch, daß sie im Ausgang des 18., mit Beginn des 19. Jahrhunderts breiten Volkskreisen bekannt waren und die Sattelmeierhöfe und ihre Besitzer großes Ansehen genossen. Wie die Höfe entstanden sind liegt im Dunkel der Geschichte und Sage. Einige Forscher sehen in ihnen die ältesten Ansiedlungen, die Höfe der Dorf- oder Bauernschaftsgründer. Dem entspräche auch eine andere Deutung des Begriffes Sattelmeier. Nach dieser Auffassung kommt der Name „Sadel“ gleich Sitz oder Urhof oder Stammsitz.
Mit diesen Stammsitzen soll auch in vorchristlicher Zeit die Ausübung des Priesteramtes im heidnischen Sinn verbunden gewesen sein. Hierfür spräche unter anderem, daß auch sogenannte Sattelmeierhöfe außerhalb des Engerschen Raumes, etwa in Lippe, im Osnabrücker und Paderborner Land, in der Gegend von Lüneburg, in der Grafschaft Rietberg, im Vest Recklinghausen und im Stift Essen anzutreffen sind. Wobei es als sicher gelten kann, daß diese Höfe nicht mit Wittekind und seinen engeren Gefolgschaften in Verbindung gebracht werden können. Andere Forscher glauben, daß die Sattelmeierhöfe bei der Besiedlung des Landes um 700 als Höfe sächsischer Edelinge entstanden seien, was dann in etwa den Wirrekind-Sagen entspräche.
Zu einer anderen Auffassung gelangt der Historiker und heimatgeschichtliche Forscher Prof. Dr. Gustav Engel, Träger des Kulturpreises der Stadt Bielfeld von 1961, schreibt: „Das Sattelmeiertum ist die Verkörperung der Mannestreue, der Freundschaft und der Verpflichtung… Mit ihrem Herzog (gemeint ist der Sachsenherzog Wittekind) sind die Sattelmeier in den Kreis der mythischen Heldengestalten der Sage gerückt worden. Sie sind keine Erfindung. Niemals erfindet die Sage ihre Stoffe völlig frei; aber geschichtliche Wirklichkeit im Sinne der Sage können sie ebenso wenig sein.“ Er geht von der Tatsache aus, daß sich im Raum Enger viele Spuren fränkischer Einrichtungen feststellen lassen. So ist der Schutzherr der Kirche zu Enger der fränkische Heilige Dionys. Und weiter weist Engel nach, daß nur im Kirchspiel EEnger fränkische „Hundertschaften“ existierten. Unter Hundertschaften verstand man in der Verwaltungshierarchie des fränkischen Reiches Verwaltungsbezirke mit militärischen und polizeilichen Funktionen, die vorwiegend dort eingerichtet wurden, „wo“, wie Engel ausführt „größere Bezirke beschlagnahmter Güter als Königsgut zu verwalten waren“. Mit Recht führt Engel als weiteren Beweis an, daß die Gegend um Enger bis nach Lenzinghausen, Spenge und Kilver hinauf alles im heutigen Landkreis Herford gelegen – ehemals Reichsgut gewesen sein muss. Bekannt ist weiterhin, daß im fränkischen Heer nur Freie dienten, Engel führt unter anderem als Beweis dafür die noch heute gebräuchliche Redensart „frank und frei“ an. Als letzten Beweis bietet Engel an, wie Karl der Große seine eroberten Gebiete militärisch sicherte, beispielsweise das eroberte Langobarden-Reich. Nach zeitgenössischen Quellen wurden auf beschlagnahmte Höfe fränkische Krieger zu Erbzinsrecht gesetzt. Sie hatten die Verpflichtung, für den König oder seine Boten jederzeit ein Pferd bereitzuhalten und selber zum Kriegseinsatz zur Verfügung zustehen. Diese Art von Besatzungstruppe wurde „Parafredarii“ oder Pferdemänner genannt.
Auffallend ist, wie Engel hervorhebt, daß die Maßnahmen Karls des Großen , das eroberte Sachsenreich militärisch zu sichern, und die Funktionen der Sattelmeier der Wittekind-Sagen fast identisch sind denen der „Pferdemänner“. So daß der Schluss naheliegt: Die Sattelmeier waren nicht des Herzogs Freunde und Kampfgefährten aus nur sieben Kampfjahren Wittekinds gegen Karl, sondern es waren seine Wächter und Aufpasser. Dafür würde auch sprechen, daß die Sattelmeierhöfe im näheren Umkreis um Enger gehäuft vorkommen. Dabei ist es nicht auszuschließen, daß der schon oben erwähnte Begriff „Sadel“ für Stammsitz oder Gründungshof über die Namen „Saalmeyer“ und „Saalhöfer“ für die Besitzer großer Höfe mit dem Begriff „Sattelmeier“ im engerschen Raum zusammengeflossen sind.
Gustav Engel zitiert den Kieler Germanisten Friedrich Kaufmann: „Die Sage gibt Erinnerungsbilder. Wie die Erinnerung mildert sie die Schatten und lässt die Lichter heller leuchten. Aus der Wache des besiegten Herzogs hat sie eine Ehrengarde gemacht“. Wir erwähnten anfangs die Sage vom Tode Wittekinds im Kampf gegen die Schwaben. Nach einer anderen Sage soll Wittekind von den Sattelmeiern zu Grabe getragen worden sein. Die Kirchentür sei sofort zugemauert und nie wieder geöffnet worden. So wie dem toten Herzog eine besondere Ehre auf seinem letzten Wege widerfuhr, so wurde auch dem Sattelmeier im Raume um Enger noch bis in neuere Zeit eine besondere Ehre am Grabe zuteil. Drei Tage nach seinem Tode wurden die Glocken der Kirche für ihn geläutet und der Geistliche begleitete die Leiche vom Sattelmeierhof, dem Sterbehaus, bis zum Friedhof, wobei der Sarg dreimal um die Kirche getragen und auf dem Chor neben dem Grab des Herzogs niedergesetzt wurde. Der Leichenwagen war mit sechs Pferden bespannt und als erster Trauernder folgte das Lieblings- und Reitpferd des Verstorbenen dem Sarg, um schließlich an das offene Grab geführt zu werden. Jedoch haben die Anforderungen des modernen Straßenverkehrs diese Tradition in den letzten Jahren leider unterbrochen und es ist fraglich, ob diese alte Sitte je wieder aufleben wird. Wir erwähnten schon, daß die Sattelmeier in einer alten Tradition ruhen, wobei ihre Entstehung mit letzter wissenschaftlicher Sicherheit nicht geklärt ist. Hier vermochten wir nur einige der möglichen Theorien aufzuzeigen.
Festzuhalten ist aber heute noch, daß sehr viele der Sattelmeierhöfe, sofern sie noch nicht der dichteren Besiedlung und Ausbreitung der Städte in den letzten Jahren zum Opfer gefallen sind, neben ihrer Verhaftung in ihrer Tradition und der Bewahrung bäuerlichen Kulturgutes auch in der modernen Zeit Träger des technischen Fortschrittes in der Landwirtschaft geworden sind. Sie haben es in vielen Fällen verstanden, Traditionspflege und Aufgeschlossenheit Neuem gegenüber miteinander zu verbinden.
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Die Sattelmeier und ihre Pferde
Eine besonders enge Verbundenheit zwischen Mensch und Pferd trat im Westfälischen Wittekindsland, bis in unsere Tage sinnfällig in Erscheinung, wo in und um die Landesstadt Enger (Landkreis Herford) die „Sattelmeier“ auf ihren stattlichen Höfen sitzen/saßen. Sie führen ihre Herkunft auf die Gefolgsmannen des Sachsenherzogs zurück. .
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Alle Sattelmeier genossen besondere Vorrechte, so waren sie frei von „Zehnten“ gleichzusetzen der heutigen Steuer. Starb einer von ihnen so wurde drei Tage hintereinander in der „Königsstunde“ von 12 bis 13 Uhr die Glocke geläutet. Dieses geschieht ebenfalls bei dem Tode der Frauen und Kinder des Sattelmeiers. So wie ihre Vorfahren einst ihrem Herzog im Kriegsfalle gefolgt waren, hatten auch die Nachkommen für landesherrliche Dienste jederzeit ein gesatteltes Pferd und einen zum Kriege gerüsteten Reiter bereitzuhalten oder sich selbst zu stellen. Insgesamt zählen die Landkreise Herford, Bielefeld und Halle noch 39 Sattelmeier-Familien die mitsamt ihren alten und stolzen Höfen gewissermaßen unter Denkmalschutz stehen. Dazu kommen drei Sattelmeier-Besitzungen auf Bielefelder Stadtgelände. Den Kern aber bilden die Sattelmeier aus Enger, deren Namen Barmeyer, Ebmeyer, Nordmeyer, Ringstmeyer, Meyer-Johann, Meyer zu Hücker und Meyer zu Hiddenhausen, das jedes Schulkind im Amt auswendig kannte. Die Vorrechte der Sattelmeier sind mittlerweile erloschen. Aber noch immer werden sie mit unge- wöhnlichem Zeremoniell zu Grabe getragen. Zu Ehren des Toten läuteten die Glocken seit je her in der Königsstunde. Während der Trauerfeier im Hause steht das gesattelte Pferd des Bauern vor der weitgeöffneten Deelentür. Hinter dem Leiterwagen mit dem der Tote sechsspännig zu Grabe fährt schreitet es an der Spitze des Trauerzuges zur Kirche. „Erst das Roß, dann der Troß“. In der Kirche wird der Sarg vor dem Grabmal Widukinds niedergestellt. Auch an diesem stillen Abschied vom Herzog seiner Ahnen nimmt das Sattelpferd vom geöffneten Kirchenportal aus teil. Auf dem Friedhof schließlich wird es an den bereits versenkten Sarg geführt um selbst von seinem Herrn Abschied zu nehmen. Ein ehrwürdiger Brauch der nicht nur die fortlebende Erinnerung an den Sachsenherzog bezeugt, sondern auch etwas von der mythischen Bedeutung des Pferdes selbst.
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Zeitungsbericht - 07. 12.1938 – Westfälische Volkszeitung Sattelmeier Ringstmeyer 80 Jahre alt Seine ganze Sorge galt dem Hof und seinen Leuten, die ihm durch Treue Geflogschaft halten
Auf dem alten Sattelmeierhofe Ringsthof zu Westerenger erblickte am 7. Dezember 1858 der jetzige Besitzer August Ringstmeyer das Licht der Welt. 1895 übernahm er den rund 150 Hektar großen Betrieb, der längere Zeit verpachtet gewesen war. August Ringstmeyer hatte einen schweren Anfang. Die Gebäude waren schlecht und bedurften dringend der vollständigen Erneuerung, und lebendes und totes Inventar war nicht vorhanden. Er entschloss sich „viehlos“ zu wirtschaften und zunächst die acht Heuenlingshäuser um, bzw. neu zubauen. „Der brave Mann denkt zuletzt an sich selbst“. Seine erste Sorge galt der Arbeitern. Er tat recht daran. Sie haben ihm das dadurch gedankt, daß sie jahrzehntelang dem Hof die Treue hielten. So konnten bereits im Jahre 1933 11 Männer und Frauen mit der Gedenkmünze der Landwirtschaftskammer für die Provinz Westfalen: „Für treue Arbeit“ ausgezeichnet werden. Es ist der einzige Fall im Kreise Herford, daß in einem bäuerlichen Betriebe so viele Personen für jahrzehntelange Mitarbeit ausgezeichnet wurden, ein deutlicher Beweis von der kameradschaftlichen Verbundenheit des Gefolgschaftsführers mit seiner Gefolgschaft. Zuletzt folgten die Umbauten auf dem Hofe. So kann August Ringstmeyer – wie kein anderer Landwirt oder Bauer – sagen: „In meiner Lebenszeit habe ich, dem Zwange folgend, alle Gebäulichkeiten abreißen und erneuern müssen, und ich bin damit fertig geworden. Übermenschlicher Fleiß und größte Sparsamkeit und Einfachheit, ja größte Anspruchslosigkeit waren die Garanten des Gelingens. Seine Frau und seine Mitarbeiter standen ihm jederzeit treu zur Seite und wetteiferten mit ihm, ihm in diesen guten deutlichen schlichtbäuerlichen Eigenschaften nicht nachzustehen. Seine Betriebsweise, „viehlos“ zu wirtschaften, blieb er treu. Er hält nur so viel Vieh, wie für den Betrieb unbedingt zur Arbeitsleistung und Selbstversorgung mit Fleisch, Milch und Butter notwendig ist. Auf dem Ringsthof befinden sich 8 – 9 Pferde, 3 Milchkühe und etwas 10 Schweine. Es ist eine reine Getreidewirtschaft mit kleinem Had- und Blattfruchtanteil. Volkswirtschaftlich liegt der Vorteil in der Erzeugung und Abgabe großer Brotgetreidemengen, betriebswirtschaftlich in der Benötigung weniger Arbeitskräfte. Aus diesem Grunde wird der Hof augenblicklich von vielen Bauern und Landwirten aus verschiedensten Gauen besichtigt, um festzustellen, ob durch diese Wirtschaftsart das Problem des Landarbeitermangels gelöst werden kann. Das geht nicht! Erstens ist nicht jeder ein so tüchtiger Uckerwirt (Ackerwirt) wie Ringstmeyer, und zum anderen kann wohl mal hier und da ein Hof „viehlos“ wirtschaften, aber nicht mehrere, weil sie keinen Absatz für Heu, Stroh, Rüben, Kartoffeln usw. finden würden. Volkswirtschaftlich betrachtet, würde dann die Fleisch- und Fettlücke gewaltig groß werden und für Deutschland untragbar sein. „Ohne Landarbeit hungert das Volk“, sagte der Reichsbauernführer 1937, und 1938 bat er Regierung und Partei, dem Mangel energisch abzuhelfen, damit die Landwirtschaft ihre Pflicht erfüllen kann. In voller körperlicher und geistiger Frische, noch heute den großen Betrieb selbst leitend, kann August Ringstmeyer an der Seite seiner treuen Lebenskameradin auf acht Jahrzehnte wechselvoller deutscher Geschichte und auf 43 Jahre gemeinschaftlicher erfolgreicher Arbeit auf dem alten Sattelmeierhofe Ringsthof zurückblicken nach dem uralten Wort: „… und wenn es köstlich gewesen ist, ist es Mühe und Arbeit gewesen“. Ja, Mühe und Arbeit waren es, aber von Erfolg gekrönt. Der alte Sattelmeierhof hat allen Stürmen standgehalten und steht gefestigt unter der sicheren Hut des Führers in Großdeutschland als Sippenhof für die kommenden Geschlechter. Der nationale Aufstieg zum Großdeutschen Reich ist dem Enkel eines Sattelmeiers Widukinds der schönste Dank für die jahrzehntelange Pflichterfüllung.
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Zeitungsbericht vom 07. Dezember 1938 Sattelmeier August Ringstmeyer 80 Jahre alt Der alte Sattelmeierhof in Westerenger kann auf eine reiche Geschichte zurück blicken
Es ist ein besonderer Tag, der uns Veranlassung gibt, kurz auf die Geschichte eins der alten Sattelmeierhöfe in Engerer Land – des Ringsthofes in Westerenger – einzugehen. Am heutigen Mittwoch kann nämlich der Besitzer dieses Hofes, der Sattelmeier und Landwirt August Ringstmeyer, in körperlicher und geistiger Frische seinen 80. Geburtstag feiern.
Einer der größten Sattelmeierhöfe in der Gegend um die Wittekindstadt Enger ist der Sattelmeier Ringsthof in Westerenger, der mit der Geschichte der Gemeinde eng verbunden ist. Denn die heutige Gemeinde Westerenger ist mit entstanden auf der alten Siedlung Rengenstenchusen 1173, dem jetzigen 800 Morgen (200 ha) großen Sattelmeierhof Ringsthof. Er ist einer der fünf Sattelmeierhöfe um Enger deren Bewohner Dienstmannen Wittekinds gewesen sein sollen und von denen jeder seine besondere Berechtigung hatte. Diese Höfe sind noch jetzt in der Gegend um Enger vorhanden. Die Deutung des Namens Sattelmeier ist nicht einwandfrei festzustellen. Die Volksmeinung ist die, daß sie zu dem Heerbann berittene Leute hätten stellen müssen. Zu dem alten Steuerbuch der Regierung zu Minden vom Jahre 1727, welches sich im Staatsarchiv zu Münster befindet, steht bei einigen Engerischen Sattelmeiern die Bemerkung: „Hält dem Landesherrn ein Sattelpferd“. Wahrscheinlich war dieses Pferd steuerfrei, musste aber im Kriegsfalle gestellt werden. Noch heute haben die Besitzer der Sattelmeierhöfe kirchliche Vorrechte, z. B. daß sie ihre Leichen sechsspännig fahren und ein gesatteltes Pferd hinter dem Sarge herführen. Die Leichen werden in der Königsstunde von 12 bis 13 Uhr mittags verläutet und vor der Beerdigung in der Kirche aufgebahrt. Im Jahre 1727 waren noch vier Sattelmeier eigenbehörig, unter ihnen auch der Ringstmeier an des Königs Majestät. Noch viel könnte man von der Jahrhunderte alten Geschichte des Ringsthofes berichten. Zu jüngster Zeit brannten die Gebäude zum Teil ab. Zu unseren Bildern zeigen wir den Ringsthof, wie er früher aussah und wie er heute nach erfolgtem Neubau aussieht.
Heute liegt eine besondere Feststimmung über dem Ringsthof in Westerenger. Der alte Besitzer dieses Hofes, der Sattelmeier und Landwirt August Ringstmeyer, feiert seinen 80. Geburtstag. Es sind schon viele Jahre im Strom der Zeit dahingegangen, seitdem August Ringstmeyer am 7. Dezember 1858 auf dem Ringsthof in Westerenger geboren wurde. Das ganze Schaffen dieses arbeitsreichen Lebens galt der Bewirtschaftung seines auf eine reiche Geschichte zurückblickenden Ringsthofes. Vorbildlich war und ist seine Sorge um die Menschen, die um ihn schaffen. Allein 10 Heuerlinge mit ihren Familien bewohen auf dem Ringsthof je ein besonderes Wohnhaus, die von dem Sattelmeier erbaut wurden. Noch oft sieht man den alten Besitzer des Ringsthofes durch die weiten Felder seiner großen Besitzungen schreiten. Fürwahr, man sieht es dem Jubilar nicht an, daß er bereits acht Jahrzehnte seines Lebens hinter sich hat. Viele Jahre lang wirkte der heute 80-jährige auch auf verschiedenen Posten im Dienste der Allgemeinheit. So war er in der Zeit von 1908 bis 1920 unter dem damaligen Landrat Franz von Borries Kreisdeputierter, ferner von 1914 bis 1930 unter Amtbürgermeister Engelhardt Amtsbeigeordneter. Seinen heutigen Ehrentag kann der alte Sattelmeier vom Ringsthof in Westerenger in guter körperlicher und geistiger Frische an der Seite seiner treuen, ebenfalls noch sehr rüstigen Frau feiern. Viele Angehörige und Verwandte werden sich heute am festlichen Tisch um das Geburtstagskind scharen. Groß wird aber auch die Zahl lieber Freunde und Bekannter sein, deren Gedanken heute bei dem alten Sattelmeier des Ringsthofes weilen. Auch wir möchten in der langen Reihe der Gratulanten nicht fehlen. Wünschen wir, daß es dem nunmehr 80-jährigen noch recht viele Jahre vergönnt sein möge, mit derselben Schaffenskraft und Frische wie bisher auf seinem geliebten Hofe zu wirken. In diesem Sinne wünschen wir dem greisen Sattelmeier vom Ringsthof für kommende Tage und Jahre noch recht viel Sonnenschein und alles Gute.
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Der vom Wagen gehobene Sarg wird von den Heuerlingen des Hofes um die Kirche getragen und dann neben der Grabstätte Widukinds hingesetzt, als wollte der Tote hier noch zuletzt vom Grabe des Herzogs seiner Ahnen Abschied nehmen. Wieder schaut das Sattelpferd durch die geöffnete Kirchentür, und auch am offenen Grabe schaut es zum letzten Male seinem toten Herrn nach."
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